Wir hatten einKreismaschineVor ein paar Monaten hat uns das mehr Probleme bereitet als alles andere seit Langem. Nicht, weil etwas kaputt war – es wollte einfach keinen Stoff herstellen, der gut aussah.
Der Kunde schickte uns seine Garnprobe und das Datenblatt. Auf dem Papier schien alles in Ordnung. Doch beim ersten Test zeigte die Stoffoberfläche eine leichte Unebenheit. Nicht so stark, dass sie die Qualitätskontrolle nicht bestanden hätte, aber deutlich sichtbar bei gutem Licht. Die meisten hätten das Produkt wohl verschickt. Wir nicht.
Also haben wir das Garn ausgetauscht und es erneut versucht. Es ist immer noch da.
Dann haben wir eine andere Charge aus unserem eigenen Lager genommen – gleiche Stückzahl, anderer Lieferant. Es wurde etwas besser, aber nicht viel. Inzwischen standen zwei unserer Techniker nur noch da und starrten auf die Maschine, um herauszufinden, was uns fehlte.
Wir haben die Zeitmessung an der Rundstichmaschine dreimal angepasst. Jedes Mal sah es für ein paar Meter gut aus, dann trat dieses schwache Muster wieder auf. Einer unserer erfahrensten Mitarbeiter – er macht das schon über zwanzig Jahre – kam an einem Samstag vorbei, weil es ihn beunruhigte. Er hatte seine eigene Lupe dabei und beobachtete genau, wie die Nadeln ineinandergriffen.
Letztendlich lag es gar nicht an der Maschine. Das Garn hatte von Konus zu Konus eine ungleichmäßige Drehung. Wir brauchten etwa eine Woche, um das herauszufinden. Wir wandten uns an den Kunden, erklärten ihm den Sachverhalt, er schickte eine neue Partie, und der Stoff entsprach schließlich unseren Erwartungen.
DerVerriegelungsmaschineWir haben ungefähr zur gleichen Zeit versendet und hatten ein ähnliches Problem. Ein anderes Problem: Die Stichgleichmäßigkeit begann nach ein paar Stunden leicht zu schwanken. Wir haben unseren Kalibrierungstechniker zweimal kommen lassen, nur um die Senkerhöhen erneut zu überprüfen. Er sagte immer wieder, „es ist innerhalb der Spezifikationen“, aber man merkte, dass er selbst nicht überzeugt war.
Also haben wir den Nockenwellenteil auseinandergenommen, alles gereinigt und ihn zur Sicherheit mit einem neuen Nadelsatz wieder zusammengebaut.
Als beide Maschinen schließlich ausfielen, hatten sie, glaube ich, fünf verschiedene Leute überprüft. Vielleicht etwas übertrieben. Aber niemand wollte derjenige sein, der etwas durchgehen ließ, was sich nicht richtig anfühlte.
Manchmal frage ich mich, ob wir zu viel Zeit mit solchen Dingen verbringen. Andererseits hat sich alles, was wir in der Vergangenheit überhastet erledigt haben, später gerächt.
Also, jetzt geht es einfach nochmal von vorne los. Garn wieder wechseln. Timing wieder anpassen. Bei Bedarf jemanden zurückholen. Es ist zwar langsamer. Aber wenigstens wissen wir, was wir verschicken, wenn etwas unser Haus verlässt.
Morton – Fortschrittliche Stricklösungen
Veröffentlichungsdatum: 28. März 2026
