Die Webart, bei der jedes Garn immer in einer Schlaufe auf derselben Nadel platziert wird, nennt man Kettenwebart.
Aufgrund der unterschiedlichen Garnlegemethoden kann man zwischen geschlossenem und offenem Flechten unterscheiden, wie in Abbildung 3-2-4 (1) (2) dargestellt.
Bei der geflochtenen Kettenstruktur besteht keine Verbindung zwischen den Maschenreihen, und sie kann nur streifenförmig verwebt werden, weshalb sie nicht allein verwendet werden kann. Üblicherweise wird sie mit anderen Strukturen kombiniert, um ein Kettengewirke zu erzeugen. Wird die geflochtene Struktur lokal beim Kettengewirke eingesetzt, so ist sie aufgrund der fehlenden horizontalen Verbindung zwischen benachbarten Maschenreihen zur Bildung von Ösen eine der grundlegenden Methoden zur Ösenbildung. Die Längsdehnbarkeit der geflochtenen Struktur ist gering und hängt hauptsächlich von der Elastizität des Garns ab.
Die Webart, bei der jedes Garn nacheinander auf zwei benachbarte Nadeln gelegt wird, um einen Kreis zu bilden, wird als Kettfadenbindung bezeichnet, wie in Abbildung 3-2-5 dargestellt.
Die Windungen, aus denen das Kettgewebe besteht, können geschlossen oder offen sein, oder eine Mischung aus geschlossenen und offenen Windungen darstellen, und die beiden horizontalen Linien bilden ein vollständiges Gewebe.
Alle Maschen im Flachgewebe weisen unidirektionale Verlängerungslinien auf. Das heißt, die Einlauf- und Auslauflinie der Spule liegen auf einer Seite der Spule. Die Krümmung des Garns am Übergang zwischen Spulenkörper und Verlängerungslinie ist auf die Elastizität des Garns zurückzuführen. Durch Begradigung der Krümmung neigen sich die Spulen entgegen der Richtung der Verlängerungslinie und bilden so eine Zickzackform. Die Neigung der Maschen nimmt mit der Garnelastizität und der Gewebedichte zu. Zudem drückt die durch die Maschenschlinge verlaufende Verlängerungslinie eine Seite des Spulenkörpers zusammen, sodass die Spule eine Ebene bildet, die senkrecht zum Gewebe steht. Dadurch ist das Erscheinungsbild des grauen Gewebes auf beiden Seiten ähnlich, die Kräuselneigung jedoch deutlich reduziert (siehe Abbildung 3-2-6).
Das Gewebe, das entsteht, wenn jeder Faden nacheinander auf drei oder mehr Stricknadeln zu einem Kreis gelegt wird, wird als Kettsatinbindung bezeichnet.
Bei dieser Webart wird der Kettfaden in mindestens drei aufeinanderfolgenden Reihen in dieselbe Richtung und anschließend abwechselnd in die entgegengesetzte Richtung geführt. Anzahl, Richtung und Reihenfolge der Nadeln im fertigen Gewebe hängen vom jeweiligen Muster ab. Abbildung 3-2-2 zeigt ein einfaches Kettsatin-Gewebe.
Das Rippen-Kettgewebe ist ein doppelseitiges Gewebe, das auf einer Doppelnadel-Kettwirkmaschine gestrickt wird. Die Stricknadeln der vorderen und hinteren Nadelbetten sind beim Stricken versetzt angeordnet. Der Aufbau des Rippen-Kettgewebes ist in Abbildung 3-2-9 dargestellt.
Das Erscheinungsbild von Rippengewebe in Kett- und Flachbindung ähnelt dem von schussgestrickten Rippengeweben, jedoch ist die seitliche Dehnbarkeit aufgrund der vorhandenen Dehnungsfäden nicht so gut wie bei letzterem.
Veröffentlichungsdatum: 27. Oktober 2022




