Wie lässt sich das Problem des ungleichmäßigen Faserabzugs in Maschenrichtung bei der Herstellung von Jacquard-Kunstpelz lösen?
Bei Jacquard-Rundstrickmaschinen verbleibt nach dem Einhaken der Stricknadeln zur Faseraufnahme ein spiralförmiger Faserstrang auf der Abnahmewalze. Dieser entspricht dem nicht vernadelten Bereich des unteren Kardierkopfes. Würde man annehmen, dass auch dieser Bereich der Stricknadeln Fasern aufnimmt, wäre die Oberfläche der Abnahmewalze sehr sauber und frei von Fasersträngen. Befindet sich nun eine Nadel innerhalb dieses Faserstrangs, nimmt sie Fasern auf, wodurch mehr Fasern als bei anderen Stricknadeln entstehen. Dies führt zu einer ungleichmäßigen Faserverteilung in Kettrichtung. Daher ist es entscheidend, diesen Faserstrang auf der Abnahmewalze zu entfernen. Eine verstärkte Kontrolle der Reinigungswalze und deren einwandfreier Zustand gewährleisten eine gleichmäßige Faseraufnahme in Längsrichtung.
Gibt es neben der Kantenbearbeitung beim Fertigstellen noch andere Möglichkeiten, das Einrollen von Spandex-Jersey zu verhindern?
Das Einrollen von Maschen ist eine typische Eigenschaft von Strickwaren. Es entsteht dadurch, dass sich das Garn nach dem Biegen während des Strickprozesses aufgrund seiner Eigenspannung wieder streckt. Faktoren, die das Einrollen beeinflussen, sind unter anderem die Gewebestruktur, die Garnverdrehung, die Garnfeinheit, die Maschenlänge und die Elastizität des Garns. Es gibt zwei Möglichkeiten, dem Einrollen entgegenzuwirken: Zum einen kann die Eigenspannung des Garns durch Hochtemperaturformung abgebaut werden; zum anderen kann die Gewebestruktur genutzt werden, um der Eigenspannung des Garns entgegenzuwirken.
Single Jersey ist ein einseitiger Stoff, dessen Kräuselung naturgemäß ist. Durch die Zugabe von Elasthangarn wird die Kräuselung verstärkt. Da Elasthan nicht hitzebeständig ist, sind Fixiertemperatur und -zeit begrenzt. Daher kann die innere Spannung des Garns nicht durch Fixieren abgebaut werden, und der fertige Stoff weist immer noch eine gewisse Kräuselung auf. Die Größenanpassung ist daher ein unvermeidlicher Bestandteil des Veredelungsprozesses.
Im Webprozess können jedoch auch Veränderungen der Gewebestruktur genutzt werden, um das Einrollen des Stoffes zu verhindern oder zu reduzieren. Beispielsweise besitzt die einseitige Piqué-Netzstruktur keine Säumeigenschaft. Daher kann die Netzstruktur beidseitig der Stofföffnung innerhalb von 2 cm eingestrickt werden, um das Problem des Jersey-Saums zu lösen. Der Strickprozess ist wie folgt.
Anordnung der Stricknadeln: Die Stricknadeln sind in der Reihenfolge AB…ABABCDCDCD…CDCDCDABAB…AB angeordnet, wobei die Position der CD-Stricknadeln die Maschenstruktur auf beiden Seiten der offenen Breitenlinie bildet.
Nockenanordnung: 4 Wege in einer Schleife, die Nockenanordnung ist im folgenden Diagramm dargestellt.
Veröffentlichungsdatum: 08.09.2021

