In den 1980er Jahren waren gewebte Kleidungsstücke wie Hemden und Hosen Bangladeschs wichtigste Exportprodukte. Damals machten sie über 90 Prozent der Gesamtexporte aus. Später baute Bangladesch auch Produktionskapazitäten für Strickwaren auf. Der Anteil von gewebten und gestrickten Kleidungsstücken an den Gesamtexporten glich sich allmählich an. Doch das Bild hat sich im letzten Jahrzehnt verändert.
Mehr als 80 % der bangladeschischen Exporte auf den Weltmarkt bestehen aus Konfektionskleidung. Diese wird grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilt: Webware und Strickware. T-Shirts, Poloshirts, Pullover, Hosen, Jogginghosen und Shorts zählen im Allgemeinen zur Strickware. Formelle Hemden, Hosen, Anzüge und Jeans hingegen werden als Webware bezeichnet.
Strickwarenhersteller berichten von einem gestiegenen Konsum von Freizeitkleidung seit Beginn der Pandemie. Auch die Nachfrage nach Alltagskleidung steigt. Ein Großteil dieser Kleidungsstücke besteht aus Strickwaren. Darüber hinaus wächst die Nachfrage nach Chemiefasern auf dem internationalen Markt weiter, insbesondere nach Strickwaren. Daher steigt die Gesamtnachfrage nach Strickwaren weltweit.
Laut Branchenvertretern der Bekleidungsindustrie ist der Rückgang des Anteils von Webwaren und der Anstieg von Strickwaren ein allmählicher Prozess, der hauptsächlich auf die Fähigkeit der Strickwaren zur Rückwärtsverknüpfung zurückzuführen ist, wodurch die lokale Verfügbarkeit von Rohstoffen sichergestellt wird – ein großer Vorteil.
Im Geschäftsjahr 2018-19 exportierte Bangladesch Waren im Wert von 45,35 Milliarden US-Dollar, davon entfielen 42,54 % auf Webwaren und 41,66 % auf Strickwaren.
Im Geschäftsjahr 2019-20 exportierte Bangladesch Waren im Wert von 33,67 Milliarden US-Dollar, davon entfielen 41,70 % auf gewebte Bekleidung und 41,30 % auf Strickwaren.
Die gesamten Warenexporte im letzten Geschäftsjahr beliefen sich auf 52,08 Milliarden US-Dollar, wovon gewebte Bekleidung 37,25 % und gestrickte Bekleidung 44,57 % ausmachte.
Bekleidungsexporteure berichten, dass Käufer schnelle Bestellungen wünschen und die Strickwarenindustrie besser für Fast Fashion geeignet ist als Webwaren. Dies liegt daran, dass die meisten Strickgarne lokal produziert werden. Auch bei den Öfen gibt es lokale Produktionskapazitäten für Rohmaterialien, allerdings wird ein Großteil weiterhin importiert. Daher können Strickwaren schneller geliefert werden als Webwaren.
Veröffentlichungsdatum: 13. Februar 2023



